Rechtstipp: Prämienzuschlag bei älteren Versicherungsnehmern

Unterschiedliche Prämien für bestimmte Personengruppen gib es bereits seit langer Zeit. Schon zu Zeiten als die Bedingungswerke und Prämien noch genehmigt werden mussten, konnten die Versicherer zum Beispiel der Gruppe der im öffentlichen Dienst Beschäftigten sowie Landwirten günstigere Tarife einräumen. Die entsprechenden Gruppen sind groß genug und das Schadenaufkommen kann konkret betrachtet werden.

Auch die Gruppe der Senioren stellt eine Gruppe dar, deren Unfallhäufigkeit überprüft werden kann.
Die Versicherer sind dazu übergegangen, die Prämien dem Schadenaufkommen anzupassen. Dies gilt wegen des Gedankens der Solidaritätsgemeinschaft der Versicherten unabhängig vom Unfallgeschehen des einzelnen Versicherungsnehmers. Letzteres wirkt sich - positiv oder negativ - bei der Einstufung in die Schadenfreiheitsklassen aus.
Es gibt unterschiedliche Vorgehensweisen für die Anwendung der Zuschläge für ältere Versicherungsnehmer. Einige Versicherer stellen bei Abschluss eines neuen Versicherungsvertrages auf das Alter des Versicherungsnehmers ab. Er wird dann für die Dauer des Versicherungsvertrages dieser Altersgruppe zugerechnet. Hat der Versicherer z.B. für 60-jährige Versicherungsnehmer noch den "Normaltarif" und nimmt er Zuschläge ab 65 Jahren, wird kein Zuschlag berechnet, selbst wenn der Versicherungsnehmer 65 Jahre alt wird. Erst dann, wenn er einen neuen Vertrag abschließt, wird der Zuschlag genommen. Andere Versicherer nehmen ab dem Zeitpunkt der Erreichung des Alters für die Erhöhung den Zuschlag.
Das Alter hat mittelbar schon immer für die Prämienberechnung eine Rolle gespielt; z.B. bei der Typklasseneinstufung eines Kfz. Wird ein Kfz besonders häufig von einer speziellen Fahrergruppe benutzt, kann sich dies bei der Schadenhäufigkeit niederschlagen. Der Fahrzeugtyp wird entsprechend dem Schadenbedarf in eine bestimmte - hohe oder niedere - Typklasse eingestuft.
Leider hat der einzelne Versicherungsnehmer keine Möglichkeit, gegen die altersbedingte Anhebung der Prämie vorzugehen, für die sachliche Gründe angeführt werden. Selbst ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz der Verfassung kann deshalb nicht mit Aussicht auf Erfolg geltend gemacht werden.


ADAC, Juristische Zentrale

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